Praxis ! - Teenager
Wirksame Vorbeugung: Mädchensprechstunde
Möglichst VOR dem „ersten Mal“ zum Frauenarzt!
Von Frauenärzten/innen nehmen Mädchen und junge Frauen das Angebot zum Gespräch über Fragen zu Pubertät, Sexualität und Verhütung dankbar an. Denn die Teenager vertrauen der Fachkompetenz von Ärzten und legen zudem Hemmungen leichter ab als im Gespräch mit der Mutter.
Beim Erstkontakt kann und darf problemlos auf die gynäkologische Untersuchung verzichtet werden. Damit muss erst gar keine Angst aufkommen. Einzig ein Ultraschall über die Bauchdecke, vom Kinderarzt sicherlich bereits einmal so ähnlich durchgeführt, ist zur Kontrolle von Gebärmutter und Eierstöcken sinnvoll. Das ist aber auf keinen Fall peinlich oder gar schmerzhaft.
Wichtig ist, dass das Gespräch in vertrauensbildender Umgebung geführt wird, ungestört, auf Wunsch auch ohne Erziehungsberechtigte, und dass die ärztliche Schweigepflicht eingehalten wird.
Wichtig ist auch, dass ein derartiges Gespräch möglichst bereits vor Beginn sexueller Erfahrungen geführt wird. Je besser eine junge Frau informiert und aufgeklärt ist, desto eher ist sie dann auch in der Lage, ihren Körper zu schätzen und zu schützen.
Denn es erfordert durchaus Selbstvertrauen, im entscheidenden Moment das Kondom aus der Tasche zu ziehen und auf dessen Verwendung zu bestehen. Oder auch bei Fehlen einer Verhütung einen Geschlechtsverkehr ganz zu verweigern bzw. auf später zu vertagen.
Belegen kann den Nutzen eines frühen Arztgesprächs eine Online-Umfrage unter 11- bis 15-Jährigen, die bereits Geschlechtsverkehr hatten.
Das Resultat:
Von den Mädchen, die vor dem ersten Sexualkontakt schon mal beim Frauenarzt gewesen waren, benutzten 85% beim „ersten Mal“ ein Verhütungsmittel.
Bei jenen ohne vorherigen Kontakt zu einem Frauenarzt verhüteten lediglich 68%. Das heißt: 32% hatten ihren ersten Sexualkontakt schutzlos – ohne Empfängnis- und Infektionsverhütung!
So kann es nicht verwundern, dass laut einer Untersuchung bei Jugendlichen in Berlin 4% der unter 15-jährigen Mädchen und 10% der 17-jährigen bereits mit Chlamydien infiziert waren.
Und erschreckend hoch ist bei den unter 18-jährigen die Zahl der Schwangerschaften (13.000 im Jahr 2008) und die Zahl der durchgeführten Schwangerschaftsabbrüche (5.400 im Jahr 2008).
Infektionsvorsorge / Chlamydien
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