Ambulante OP ! - Bauchspiegelung / Laparoskopie / Pelviskopie

Die Gynäkologen waren die ersten, die die Möglichkeiten der Bauchspiegelung in größerem Umfang realisiert haben und auch bereits seit Jahren praktizieren.
Das Einführen eines Laparoskops – im Prinzip ein lichtleitender Glasstab – in die Bauchhöhle erlaubt heute direkte Einblicke in das Innere des Menschen, ohne dass dafür die Nachteile einer größeren Operation in Kauf genommen werden müssen.
Auf dem Weg der Bauchspiegelung können heute eine ganze Reihe von Eingriffen auch ambulant vorgenommen werden, für die früher ein großer Bauchschnitt mit mehrtägigem Krankenhausaufenthalt erforderlich war.

Was geschieht bei diesem Eingriff?

Zunächst einmal muss ein Zugang zur inneren Bauchhöhle hergestellt werden. Hierzu wird über einen kleinen Hautschnitt in der Nabelgrube und unter Anheben der Bauchdecke mit einer speziellen Hohlnadel (Verres-Nadel) in die Bauchhöhle eingegangen. Der Bauch wird anschließend mit etwa 3 Litern Kohlendioxidgas gefüllt. Dies ist nötig, da sonst kein freier Raum zwischen Bauchdecke und Bauchorganen vorhanden wäre, also weder Sicht noch Arbeitsraum bestünden.
Die Hohlnadel wird jetzt durch eine abgedichtete Metallhülse (Optik-Trokar) von 5 oder 10 mm Dicke ersetzt. Nun kann die Laparoskopie-Optik eingeführt werden.
Der erste Rundumblick gilt der Orientierung mit Kontrolle der Darmoberfläche unterhalb des Nabeleinstichs. Der OP-Tisch wird nun um etwa 15 Grad kopftief gekippt, dies erleichtert den Einblick in den Unterbauch.
Für rein diagnostische Bauchspiegelungen wird nun noch zweiter Einstich im mittleren Unterbauch benötigt, durch diesen wird ein 5 mm dünner Arbeits-Trokar eingeführt.

Bauchspiegelung

Für operative Bauchspiegelung werden ein bis zwei weitere Arbeits-Trokare im linken bzw. rechten Unterbauch benötigt.
Am Ende des Eingriffs werden die kleinen Hautschnitte mit einer Naht und einem Pflaster verschlossen.

Wann ist dieser Eingriff angezeigt?

Ihr Frauenarzt und auch ich werden Ihnen dann zu einer Bauchspiegelung raten, wenn Ihre Erkrankung damit ohne erhöhtes Risiko ambulant, d.h. ohne stationären Krankenhausaufenthalt behandelt werden kann.
Zu den Eingriffen, die mittels ambulanter Bauchspiegelung behandelt werden können, gehören:
Diagnostik und Therapie bei unklaren Schmerzen, Lösen von Verwachsungen
Diagnostik und Therapie bei unerfülltem Kinderwunsch (in Kombination mit Gebärmutterspiegelung und Prüfung der Eileiterdurchgängigkeit), ggf. incl. Eröffnen von  verschlossenen Eileitern
Entfernung gutartiger Zysten (flüssigkeitsgefüllter Hohlkörper an Eierstöcken oder Eileitern)
Entfernung gutartiger Gebärmutterknoten  (Myome)
Entfernung von Endometrioseherden (in die Bauchhöhle versprengte Gebärmutterschleimhaut)
Entfernung von Eileiterschwangerschaften
Verschluss / Durchtrennung der Eileiter (Sterilisation)

Welche Betäubungsmethode wird angewandt?

Die Bauchspiegelung wird in einer Vollnarkose durchgeführt.

Wie lange dauert der Eingriff?

Die Dauer des Eingriffs hängt von Art und Schwere Ihrer Erkrankung ab. Eine ausschließlich diagnostische Bauchspiegelung dauert ohne Narkose etwa 20 Minuten. Eine operative Bauchspiegelung kann je nach Erkrankung auch mehrere Stunden dauern. Eingriffe mit mehr als 2 Stunden Dauer werden aber meist nur unter stationären Bedingungen im Krankenhaus durchgeführt.

Welche Risiken sind zu beachten?

Die Bauchspiegelung ist bei heutiger Technik und eine ausreichende Erfahrung des Operateurs vorausgesetzt ein sehr sicherer bzw. ungefährlicher Eingriff. Ernste Komplikationen treten statistisch nur etwa einmal auf 8.000 bis 10.000 Operationen auf. In den allermeisten Fällen sind sie aber beherrschbar, auch wenn in Einzelfällen ein zweiter Eingriff notwendig werden kann.
Über Art und Häufigkeit von Komplikationen (wie Blutungen, Gefäß- und Organverletzungen oder Wundinfektionen) werde ich Sie einige Tage vor dem Eingriff im Rahmen einer Untersuchung und OP-Aufklärung informieren.

Wer ist eventuell für diesen Eingriff nicht geeignet?

Technisch erheblich erschwert oder gar unmöglich kann die Bauchspiegelung bei sehr übergewichtigen Personen sein.
Auch nach großen Voroperationen im Bauchraum (Unterbauch-Längsschnitt, Darm- oder Krebsoperationen) wird man von einer ambulanten Bauchspiegelung eher abraten, da hier häufiger großflächige Verwachsungen vorliegen, die den Zugang in die Bauchhöhle stark erschweren und damit das Risiko einer Darmverletzung stark erhöhen können.
Krebserkrankungen werden auf keinen Fall im Rahmen einer ambulanten Bauchspiegelung operiert.
Bei chronischen Erkrankungen müssen Operateur und Narkosearzt unter Einbeziehung mitgelieferter Befunde im Einzelfall Ihre individuellen Risiken abschätzen und dann entscheiden, ob eine Bauchspiegelung unter ambulanten Bedingungen möglich ist.

Was ist vor dem Eingriff zu beachten?

Sie müssen unbedingt die letzten 6 Stunden vor OP-Beginn nüchtern bleiben, d.h. nichts essen oder trinken, nicht rauchen und auch keine Bonbons lutschen oder Kaugummi kauen. Bei gefülltem Magen kann es sonst während der Narkose zum Erbrechen und zum Einatmen von Erbrochenem in die Lunge kommen. Dies ist eine vom Patienten verursachte Komplikation, die zu schweren Körperschäden, Behinderungen oder auch zum Tod führen kann.
Nehmen Sie wegen anderer Erkrankungen regelmäßig Medikamente ein, so sollten Sie mich und vor allem auch den Narkosearzt darüber informieren. Manche Medikamente müssen zum Teil einige Tage vor OP abgesetzt werden, andere sollten evtl. auch noch am Morgen des OP-Tags eingenommen werden.
Da Ihr Bauch nach dem Eingriff noch etwas gebläht sein kann, sollten Sie zum OP-Termin möglichst lockere Kleidung tragen.

Was ist nach dem Eingriff zu beachten?

Auch bei einer ambulant durchgeführten Bauchspiegelung bleiben Sie nach dem Eingriff noch für etwa 3 bis 5 Stunden unter Beobachtung, so lange bis Sie sich selbst fit genug für den Heimweg fühlen.
Vor Entlassung nach Hause werde ich Ihnen über den Verlauf Ihrer Operation und den erhobenen Befund berichten. Ich werde Sie über zu erwartende Beschwerden unterrichten und Ihnen Hinweise und Empfehlungen über Ihr Verhalten zu Hause geben.
Sie dürfen auf keinen Fall ohne Begleitung einer erwachsenen Person die Praxisräume verlassen. Sie dürfen am ganzen restlichen OP-Tag nicht mehr alleine am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen, auch nicht als Fußgänger.
Lassen Sie sich also von Angehörigen oder Freunden abholen und bleiben Sie für den Rest des Tages zu Hause.
Auch noch mehrere Stunden nach dem Eingriff können Sie erschöpft und schläfrig sein. Legen Sie sich also ruhig ins Bett und ruhen sich aus.
Bedingt durch die Narkose kann bei machen Patienten nach der Operation eine Übelkeit, gelegentlich auch ein Erbrechen, auftreten. Dies wird aber bald wieder abklingen, bitte sind Sie dadurch nicht beunruhigt.
Mit größeren Schmerzen im Bauch ist nach einer Bauchspiegelung nicht zu rechnen. Die Mehrheit der Patienten bemerkt aber unangenehme Verspannungen im Schulterbereich und auch ein „Seitenstechen“, vermehrt rechts. Auch ein leichtes „Beklemmungsgefühl“ am Brustkorb und ein Stechen zwischen die Rippen beim Atmen können auftreten. Als Ursache ist eine Nervenreizung und Verspannung an Zwerchfell und Zwischenrippenmuskulatur zu sehen. Abhilfe schaffen örtliche Wärme und die rechtzeitige und ausreichend dosierte Anwendung von Schmerzmitteln.
Sie können 1 bis 2 Tage nach OP duschen, wobei die kleinen Wunden nicht eingeseift werden sollten. Nach 3 Tagen können Sie ganz auf Pflaster verzichten. Ein Vollbad ist erst nach Ziehen der Hautfäden, also erst nach 8 bis 10 Tagen erlaubt.

Wann und wo ist nach dem Eingriff der erste Kontrolltermin?

Eine Kontrolluntersuchung, das Ziehen der Fäden und die Besprechung von Operation und Befunden sollten etwa 8 bis 14 Tage nach OP bei Ihrem Frauenarzt erfolgen.

Sollten Sie zu Hause Fieber oder starke Schmerzen bekommen, so nehmen Sie bitte umgehend mit mir, Ihrem Frauenarzt oder einem nahegelegenen Krankenhaus Kontakt auf. Auch wenn Sie nur unsicher sind oder wenn Sie noch Fragen zum normalen Heilungsverlauf haben, niemand wird Ihnen böse sein, wenn Sie bei uns telefonisch um Rat fragen.
Eine Handy-Nummer, unter der Sie mich bei Problemen nach OP auch außerhalb meiner Praxiszeiten erreichen können, erhalten Sie von mir bei Entlassung nach Hause.

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