Ambulante OP ! - Gebärmutterspiegelung / Hysteroskopie
Die Gebärmutterspiegelung ermöglicht es, über den natürlichen Zugangsweg
Scheide, einen direkten Blick in das Innere der Gebärmutter zu werfen.
Darüber hinaus besteht heute die Möglichkeit, unter direkter Sicht auch
operative Eingriffe im Inneren der Gebärmutter durchzuführen.
Die kaum belastende Gebärmutterspiegelung kann problemlos ambulant erfolgen.
Was geschieht bei diesem Eingriff?
Nach vorsichtiger Erweiterung des Gebärmutterhalses wird je nach geplantem Eingriff eine 3, 5 oder 10 mm dicke Staboptik (Hysteroskop) in die Gebärmutterhöhle eingeführt. Um jetzt überhaupt etwas sehen zu können, wird die Gebärmutterhöhle mit einer Flüssigkeit, meist steriler Kochsalzlösung, gefüllt. Es werden die Schleimhaut des Gebärmutterhalses sowie Form und Schleimhaut der Gebärmutterhöhle betrachtet. Meist wird die Gebärmutterspiegelung mit einer Schleimhautprobe oder einer Ausschabung kombiniert.
Bei operativen Gebärmutterspiegelungen werden Staboptiken mit speziellen
Einsätzen wie Schneideschlingen, Nadeln oder Kugeln („roller ball“) benutzt.
Damit können Verklebungen durchtrennt, Polypen, Myome oder die ganze Schleimhaut
abgetragen werden.
Das entfernte Gewebe wird anschließend an einen Pathologen zur feingeweblichen
Untersuchung geschickt.
Wann ist dieser Eingriff angezeigt?
Die Gebärmutterspiegelung ist angezeigt zur:
erweiterten Diagnostik bei
Ausschabungen infolge von Blutungsstörungen und Polypen
Diagnostik von unerfülltem
Kinderwunsch oder bei wiederholt auftretenden Fehlgeburten
Durchtrennung
von angeborenen Trennwänden (Septen) innerhalb der Gebärmutter
Durchtrennung
von Verklebungen (Synechien) als Folge von abgelaufenen Entzündungsvorgängen
innerhalb der Gebärmutter
Entfernung von Myomen, die in der Gebärmutterhöhle
lokalisiert sind (submucöse Myome)
Entfernung der gesamten Gebärmutterschleimhaut
(Endometriumablation) bei chronisch starken Menstruationsblutungen
Welche Betäubungsmethode wird angewandt?
Die Gebärmutterspiegelung wird in der Regel in einer kurzen Vollnarkose durchgeführt.
Wie lange dauert der Eingriff?
Eine rein diagnostische Gebärmutterspiegelung dauert etwa 5 Minuten, eine operative Gebärmutterspiegelung kann z.B. bei einem 3 cm großen Myom auch bis zu einer Stunde dauern.
Welche Risiken sind zu beachten?
Die Gebärmutterspiegelung ist bei heutiger Technik und eine ausreichende
Erfahrung des Operateurs vorausgesetzt ein sehr sicherer bzw. ungefährlicher
Eingriff.
Über Art und Häufigkeit von Komplikationen (wie Entzündung, Nachblutungen,
Verletzung der Gebärmutterwand) werde ich Sie einige Tage vor dem Eingriff
im Rahmen einer Untersuchung und OP-Aufklärung informieren.
Wer ist für diesen Eingriff nicht geeignet?
Nicht durchgeführt werden darf die Gebärmutterspiegelung während einer
Schwangerschaft, bei akuten Entzündungen oder bei einer bekannten Krebserkrankung
in Gebärmutterhals oder –höhle.
Die komplette Entfernung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumablation)
darf nicht bei Frauen vorgenommen werden, die noch Kinder bekommen möchten.
Was ist vor dem Eingriff zu beachten?
Sie müssen unbedingt die letzten 6 Stunden vor OP-Beginn nüchtern bleiben,
d.h. nichts essen oder trinken, nicht rauchen und auch keine Bonbons lutschen
oder Kaugummi kauen. Bei gefülltem Magen kann es sonst während der Narkose
zum Erbrechen und zum Einatmen von Erbrochenem in die Lunge kommen. Dies
ist eine vom Patienten verursachte Komplikation, die zu schweren Körperschäden,
Behinderungen oder auch zum Tod führen kann.
Nehmen Sie wegen anderer Erkrankungen regelmäßig Medikamente ein, so sollten
Sie mich und vor allem auch den Narkosearzt darüber informieren. Manche
Medikamente müssen zum Teil einige Tage vor OP abgesetzt werden, andere
sollten evtl. auch noch am Morgen des OP-Tags eingenommen werden.
Was ist nach dem Eingriff zu beachten?
Auch bei einer ambulanten Gebärmutterspiegelung bleiben Sie nach dem Eingriff
noch für etwa 2 Stunden unter Beobachtung – so lange bis Sie sich fit für
den Heimweg fühlen.
Vor Entlassung nach Hause werde ich Ihnen über den Verlauf Ihrer Operation
und den erhobenen Befund berichten. Ich werde Sie über zu erwartende Beschwerden
unterrichten und Ihnen Hinweise und Empfehlungen über Ihr Verhalten zu
Hause geben.
Sie dürfen auf keinen Fall ohne Begleitung einer erwachsenen Person die
Praxisräume verlassen. Sie dürfen am ganzen restlichen OP-Tag nicht mehr
alleine am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen, auch nicht als Fußgänger.
Lassen Sie sich also von Angehörigen oder Freunden abholen und bleiben
Sie für den Rest des Tages zu Hause.
In der Regel ist die Erholungsphase nach einer Gebärmutterspiegelung sehr
kurz. Eventuell spüren Sie in den ersten Stunden noch ein leichtes Ziehen
im Unterbauch, vergleichbar mit den normalen Regelbeschwerden. Hierüber
müssen Sie sich keine Sorgen machen.
Die ersten Tage werden Sie auch eine leichte Schmierblutung bemerken, die
Dauer liegt je nach Eingriff irgendwo zwischen einem und 14 Tagen. In dieser
Zeit, jedoch mindestens 1 Woche lang, sollten Sie nicht baden oder schwimmen
gehen, keinen Geschlechtsverkehr haben und keine Tampons benutzen.
Wann und wo ist nach dem Eingriff der erste Kontrolltermin?
Eine Kontrolluntersuchung und die Besprechung von Operation und Befunden sollten etwa 8 bis 14 Tage nach OP bei Ihrem Frauenarzt erfolgen.
Sollten Sie zu Hause Fieber oder starke Schmerzen bekommen, so nehmen
Sie bitte umgehend mit mir, Ihrem Frauenarzt oder einem nahegelegenen Krankenhaus
Kontakt auf. Auch wenn Sie nur unsicher sind oder wenn Sie noch Fragen
zum normalen Heilungsverlauf haben, niemand wird Ihnen böse sein, wenn
Sie bei uns telefonisch um Rat fragen.
Eine Handy-Nummer, unter der Sie mich bei Problemen nach OP auch außerhalb
meiner Praxiszeiten erreichen können, erhalten Sie von mir bei Entlassung
nach Hause.
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