Ambulante OP ! - Fehlgeburt

Etwa ein Viertel aller befruchteten Eizellen sterben vor und nach ihrer Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut ab. Von einer stattgefundenen Schwangerschaft wird dabei häufig gar nichts bemerkt.
Erst nach Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut kann eine Schwangerschaft über Bluttests, etwas später durch Übelkeit, Brustspannungen, Ausbleiben der Regelblutung und Urintests und frühestens 10 Tage nach Ausbleiben der Regelblutung mittels Ultraschall bemerkt werden.
Bis zur 16. Schwangerschaftswoche kommt es jetzt noch bei einem weiteren Viertel aller Schwangerschaften zu einem Absterben der Frucht. Dies ist ein ganz natürlicher Vorgang und war schon immer so.
Nach weitgehendem Absterben alles Schwangerschaftsgewebes kommt es dann meist um die 12. bis 16. Schwangerschaftswoche herum zu starken Blutungen, die im Idealfall innerhalb von 1 bis 2 Tagen zum vollständigen Ausstoßen der Fruchtanlage führen. Sollte dies nicht so unkompliziert ablaufen, so drohen hoher Blutverlust, Entzündung der Gebärmutter mit dem Risiko septischer Zustände (Blutvergiftung) und bleibender Sterilität. Ein Schicksal, unter dem auch heute noch viele Frauen in der dritten Welt zu leiden haben.
Eine Curettage bei abgestorbener Schwangerschaft (Fehlgeburt, "missed abortion") ist dagegen ein seit Beginn der modernen Frauenheilkunde bewährter Eingriff, der diese Risiken in den allermeisten Fällen vermeiden kann.

Was geschieht bei diesem Eingriff?

Nach vorsichtiger Erweiterung des Gebärmutterhalses wird je nach Schwangerschaftsalter ein 8 bis 12 mm dünnes Kunststoff- oder Metallrohr in die Gebärmutterhöhle eingeführt. Die Gebärmutterhöhle wird damit vorsichtig und sorgfältig abgesaugt. Es wird damit alles in der Gebärmutter befindliche oder verbliebene Schwangerschaftsgewebe entfernt.

Ausschabung

Das entfernte Gewebe wird anschließend an einen Pathologen zur feingeweblichen Untersuchung geschickt.

Wann ist dieser Eingriff angezeigt?

Die Abort-Curettage ist angezeigt zur:
Entfernung von abgestorbenem Schwangerschaftsgewebe aus der Gebärmutter
Entfernen von Plazentaresten nach Geburt

Welche Betäubungsmethode wird angewandt?

Der Eingriff wird in der Regel in einer kurzen Vollnarkose durchgeführt.

Wie lange dauert der Eingriff?

Eine Abort-Curettage dauert in aller Regel 10 Minuten.

Welche Risiken sind zu beachten?

Die Saugcurettage ist heute ein sehr sicherer bzw. ungefährlicher Eingriff.
Über Art und Häufigkeit von Komplikationen (wie Entzündung, Nachblutungen, Verletzung der Gebärmutterwand) werde ich Sie vor dem Eingriff im Rahmen einer Untersuchung und OP-Aufklärung informieren.

Wer ist für diesen Eingriff nicht geeignet?

Nicht durchgeführt werden darf der Eingriff bei bestehender akuter Entzündung, sofern diese noch nicht antibiotisch behandelt wurde.

Was ist vor dem Eingriff zu beachten?

Abgesehen von einer Notfallsituation müssen Sie unbedingt die letzten 6 Stunden vor OP-Beginn nüchtern bleiben, d.h. nichts essen oder trinken, nicht rauchen und auch keine Bonbons lutschen oder Kaugummi kauen. Bei gefülltem Magen kann es sonst während der Narkose zum Erbrechen und zum Einatmen von Erbrochenem in die Lunge kommen. Dies ist eine vom Patienten verursachte Komplikation, die zu schweren Körperschäden, Behinderungen oder auch zum Tod führen kann.
Nehmen Sie wegen anderer Erkrankungen regelmäßig Medikamente ein, so sollten Sie mich und vor allem auch den Narkosearzt darüber informieren. Manche Medikamente müssen zum Teil einige Tage vor OP abgesetzt werden, andere sollten evtl. auch noch am Morgen des OP-Tags eingenommen werden.

Was ist nach dem Eingriff zu beachten?

Auch bei einer ambulanten Curettage bleiben Sie nach dem Eingriff noch für etwa 2 Stunden unter Beobachtung – so lange bis Sie sich fit für den Heimweg fühlen.
Vor Entlassung nach Hause werde ich Ihnen über den Verlauf Ihrer Operation und den erhobenen Befund berichten. Ich werde Sie über zu erwartende Beschwerden unterrichten und Ihnen Hinweise und Empfehlungen über Ihr Verhalten zu Hause geben.
Sie dürfen auf keinen Fall ohne Begleitung einer erwachsenen Person die Praxisräume verlassen. Sie dürfen am ganzen restlichen OP-Tag nicht mehr alleine am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen, auch nicht als Fußgänger.
Lassen Sie sich also von Angehörigen oder Freunden abholen und bleiben Sie für den Rest des Tages zu Hause.
In der Regel ist die Erholungsphase nach einer Gebärmutterspiegelung sehr kurz. Eventuell spüren Sie in den ersten Stunden noch ein leichtes Ziehen im Unterbauch, vergleichbar mit den normalen Regelbeschwerden. Hierüber müssen Sie sich keine Sorgen machen.
Die ersten Tage werden Sie auch eine leichte Schmierblutung bemerken, die Dauer liegt je nach Eingriff irgendwo zwischen einem und 14 Tagen. In dieser Zeit, jedoch mindestens 1 Woche lang, sollten Sie nicht baden oder schwimmen gehen, keinen Geschlechtsverkehr haben und keine Tampons benutzen.

Wann und wo ist nach dem Eingriff der erste Kontrolltermin?

Eine Kontrolluntersuchung und die Besprechung von Operation und Befunden sollten etwa 8 bis 14 Tage nach OP bei Ihrem Frauenarzt erfolgen.

Sollten Sie zu Hause Fieber oder starke Schmerzen bekommen, so nehmen Sie bitte umgehend mit mir, Ihrem Frauenarzt oder einem nahegelegenen Krankenhaus Kontakt auf. Auch wenn Sie nur unsicher sind oder wenn Sie noch Fragen zum normalen Heilungsverlauf haben, niemand wird Ihnen böse sein, wenn Sie bei uns telefonisch um Rat fragen.
Eine Handy-Nummer, unter der Sie mich bei Problemen nach OP auch außerhalb meiner Praxiszeiten erreichen können, erhalten Sie von mir bei Entlassung nach Hause.

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